Gedanken über Videospiele – Teil 2: Konzepte
- July 4th, 2009
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Unter dem Motto: “Das Maul aufreißen kann jeder“, hab ich mir dann doch mal ein paar Gedanken über mögliche Konzepte aller Art gemacht. Von Webseiten, Techniken und deren möglichen Inhalten. Einige Ideen wird es sicherlich schon geben, aber sind mir unbekannt. Außerdem werde ich auch ein paar bestehende bzw. umgesetzte Konzepte aufführen.
Minimalismus
Gibt es eine Seite da draussen die glänzt aufgrund ihres minimalismus? ich stelle mir da gerade ein Blog vor, welches ohne großen Kommentar und Text einfach die neuesten Screenshots und Videos veröffentlicht. Entweder als Verlinkung zur Quelle oder als eingebettetes Video bzw. Bilder/Screenshot Gallery. Zu entscheiden wäre noch, ob die Prio auf der Aktualität liegt oder man eher etwas verfolgt wie eine Tageszusammenfassung. Wenn ich zurück denke an die GeeKWeek, welchen treuen Lesern von gamequickie sicherlich noch ein Begriff ist (*hust*), konnte das auch einige begeistern. Diese wöchentliche Zusammenfassung war immer mit etwas Arbeit verbunden, auch gerade deshalb, da ich nicht einfach so die Links in einen Artikel geklatscht habe. Ich denke die richtige Balance ist hier zu finden. Außerdem könnte man auch darüber nachdenken, ob man das Ganze mit Themen aus der Filmbranche mischt. Ich gehe davon aus, dass mind. 2/3 aller Zocker auch Filmbegeisterte sind. Die Zielgruppe wäre also passend. Eine Blogroll, Kommentarfunktion oder sonstige Blog-Features gibt es nicht. Minimalismus eben.
Gamesbranche
Vor ein paar Tagen hätte ich noch geschrieben, dass so eine Seite (zumindest im deutschsprachigen Raum) noch erfunden werden muss. Aber, die gibts mittlerweile und heißt: GamesDienst – Nachrichten für die Games-Branche. Idee find ich gut, aber da ich erst seit 3 Tagen mitlese kann ich noch keine Beurteilung abgeben.
Macher
Passt natürlich auch zur Kategorie Gamesbranche, aber vorstellbar wäre auch eine Seite die sich ausschließlich um Interviews mit den Machern der Gamesbranche befasst. Ich denke das ist ein Thema das Interesse weckt. Vor allem wenn die richtigen Fragen gestellt werden und das Interview dementsprechend gut gewürzt präsentiert wird. Weiterhin könnte man auf der Seite ein Who is Who der Gamesbranche erstellen. Mit Hintergrundinfos, aktuellen Projekten und für welches Unternehmen die Person gerade tätig ist.
Podcasts
Das ist so ein Thema für sich. Ich selbst bin nicht so der Podcast Fan. Ab und zu hör ich mal einen, aber das zählt nicht zum täglichen Brot. Daher kenn ich so gut wie keine Videospiele Podcast Seiten. Im Endeffekt kann ein gut gemachter Podcast so den ein oder anderen Artikel links liegen lassen. Dabei muss der Podcast aber schon die Amateur Hürde in meinen Augen übersprungen haben und ganz klar durchgezogen werden. Wenn da längere Pausen zu hören sind oder der/die Podcast Macher sich verquatschen wird es langweilig. Unter dem Strich glaube ich nicht, dass Podcasts DAS Ding im Bereich der Videospiele ist. Eher angebracht würde ich diese im vorherigen Punkt bez. Interviews halten.
Videos
Es gibt Gametrailers. Jedem bekannt und ich gehe davon aus, dass die Seite sehr gut besucht ist. Mal unabhängig von den “echten” Gametrailern, also Ingame Szenen oder eben Trailern zu den Spielen, gibt es aber noch ganz andere Dinge die man mit Hilfe von Videos umsetzen kann. Da hätten wir z.B. Rawiioli. Die Jungs leisten eine solide Arbeit und es macht Spaß den beiden beim Zocken zuzuschauen. Wie aber schon im Vorgängerpost von mir angesprochen, sind die Videos von den Beiden nicht mehr so mein Ding, aber das ist nun mal Geschmackssache. Fakt ist, gut das die Beiden Rawiioli auf die Beine gestellt haben. Das war zu Ihren Anfangszeiten etwas erfrischend neues und definitiv mal ein Schritt in eine richtige Richtung, abseits des Mainstreams.
Eine feine Sache sind die CO-OP Videos von Area5. Freunde bzw. Kollegen unterhalten sich über die aktuellen Titel, lassen sich dabei Filmen und zeigen immer wieder Videoschnipsel zur bestehenden Diskussion. Geht schon in Richtung professionalität und macht spaß beim Zuschauen. Die konnten mich binnen kurzer Zeit als Stammleser/-gucker gewinnen.
Im Videobereich gibt es sicherlich noch mehr Möglichkeiten die noch unausgeschöpft sind, aber das Problem das ich hierbei sehe, ist ein gewisser Anspruch. Einfach mal die Videocam aufklappen und loslegen ist einfach zu amateurhaft. Das gelingt vielleicht bei diversen Porno Vertretern, aber um einen gewissen Anspruch zu gewährleisten, sollte schon darauf Wert gelegt werden ein ordentliches Video zu produzieren und das kann für einen ungeübten sich schwieriger gestalten als vorher vorstellbar.
Comedy
Eigentlich könnte sich das zu meiner Lieblingsidee entwickeln: Publisher, Entwickler oder doofe Messebesucher verarschen. Das Ganze aufgenommen auf Video oder von mir aus rein audiotechnisch festgehalten. Sowas ist mir bisher noch nicht untergekommen. Das einzig lustige was mir spontan einfällt sind die Jungs von Mega64. Aber das kann doch nicht alles gewesen sein? Vielleicht gibt es draußen Leute die man einfach nur mal aus der Reserve locken müsste, die sich dann mal trauen mit ein paar witzigen Texten z.B. bei Microsoft anzurufen und den Master Chief verlangen or whatever. Mit ein paar guten Ideen könnte dadurch eine Videogames Comedy Seite entstehen die sicherlich von Erfolg geprägt sein wird, denn wer lacht nicht gerne?
ÜBER Portal
Es gibt diverse Portale die einem das Leben versüssen, sofern man auf deren Süssigkeiten steht. Im Videospielebereich muss man aber darauf verzichten oder zumindest in einem geschlossen Bereich bleiben. Die Hersteller kochen ihr eigenes Süppchen und jeder bastelt an seinem eigenen Portal. Ach wäre das schön, wenn die Playstation und Xbox User ein gemeinsames Portal bedienen würden. Eine Demo erscheint für beide System zur gleichen Zeit, ein gemeinsamer Chat (Text + Voice) ist möglich und sogar ein gemeinsames Zocken. Zugegeben, klingt ein wenig utopisch. Für einen Dritten möglicherweise auch umsetzbar, aber weder Microsoft noch Sony würden das zulassen das sich die beiden Welten vereinen.
Was ich aber für viel interessanter finde, ist ein Dienst der zumindest alles andere erfasst. Nehmen wir mal als Referenz last.fm. Unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem oder Media Player, können die User ihre aktuell abgespielte Musik an das Portal übertragen. Die Information, nicht die Datei selbst versteht sich. Jetzt mal angenommen so einen Dienst gäbe es Plattform unabhängig für Videospiele, direkt auf der Konsole und PC. Der User überträgt die Daten an diesen Dienst und jeder kann sehen was der User gerade für ein Spiel spielt und in welchem Level er steckt. Klar, so etwas gibt es schon z.B. bei XBox Live, aber eben nur für diese geschlossene Community. Dabei interessiert mich als Spieler im ersten Moment nicht, auf welcher Hardware das Spiel gespielt wird. Der eine Kumpel hat das Spiel für die PS3, ein anderer für die 360 und ich für die Wii. Interessant ist das Spiel und nicht die Plattform. Im Vergleich zu last.fm ist mir ja auch egal, mit welchem Media Player jemand die Musik hört. Der Kern ist das was er hört.
Erweiterbar wäre diese Konzept noch mit Dingen die Twitter ähnlich sind oder ein myspace für Spiele. Ideen gäbe es da noch genug. Die große Gefahr hierbei ist aber, ob die Hersteller davon zu überzeugen sind. Man müsste auf dem PC damit anfangen und das Ganze salonfähig machen. Der nächste Schritt wäre dann der schwierige und ohne Beziehungen wird sich wohl keiner der Konsolenhersteller für die Lösung bzw. den Dienst interessieren. Aber, und da bin ich fest der Meinung, könnte das Konzept aufgehen und doch ein paar Spieler überzeugen plattformunabhängiges social networking betreiben ;) .
Streaming Technology
Vor Jahren und eigentlich irgendwie auch noch heute leicht unvorstellbar: “Echte” Spiele im Browser, welche nicht lokal installiert sind, sondern irgendwo in irgendeinen Rechenzentrum und auf den heimischen PC gestreamed werden. Faszinierende Sache, die aber sofort Fragen aufwerft: “Ja ne, is klar, in einem kleinen Fenster mit ner 320×400er Auflösung”, “Ist doch dann eh nur Pixelmatsch”, “Ruckelt bestimmt wie’d Sau” oder “Sind das die light Versionen in 2D?”. Dave Perry mit seinem Gaikai Projekt zeigt, dass da doch tatsächlich viel mehr geht. Spiele wie Crysis, Spore oder auch ein WoW, startet man direkt aus dem Browser heraus. Egal ob Linux, MacOS oder Windows, es läuft Plattform unabhängig. Das Spiel wird als eine Art Video zum Client gestreamed und läuft tatsächlich auf einem Server, der wiederum die Power für das Spiel hat. Lokal muss man keinen hochgezüchteteten Stromfresser stehen haben, denn es reicht Durchschnitts-Hardware zu besitzen.
Rein diese Streaming Technik betrachtet, unabhängig wie dann letztendlich das Bezahlmodell aussehen wird, halte ich diese für einen Meilenstein. Sofern mir eine Internetverbindung zur Verfügung steht, die nicht im unteren Segment liegt, kann ich überall und völlig unabhängig auf meine Spiele zugreifen und diese zocken. Ich finde das fantastisch. Keine Installationen, keine Sorgen um irgendwelche Fehlermeldungen während der Spiels und somit keine Installation von Patches. Weiterhin einen viel geringeren Stromverbrauch. Nachteile hat das Ganze natürlich auch, wie z.B. die Vorraussetzung einer “guten” Breitbandverbindung oder dem möglichen Wegfall eigener Konfigurationen und Veränderungen am Spiel. Grundsätzlich sehe ich persönlich aber mehr positive Punkte an dieser Streaming Technologie und ich bin der festen Überzeugung das Dave Perry damit ein ganz großer Wurf gelingt.
Das waren jetzt mal ein paar Ideen zu Konzepten und Möglichkeiten. Mich würde jetzt interessieren, was ihr davon haltet und welche Ideen euch so im Kopf rumschwirren…
Bildquelle: flickr.com/photos/29487767@N02/

Gerade an diese deutsche Gametrailers-Idee habe ich auch schon oft gedacht, leider scheitert das vor allem bei den potentiellen Machern (aka Hobby-isten) einfach am Budget, damit das Ganze letztendlich auch vorzeigbar ist. Wäre jedenfalls mein Verdacht, warum es das nicht längst gibt.
Überhaupt (und das ist wieder meine Meinung) sind so ziemlich ausnahmslos alle deutschsprachigen Portale, inklusive der der Zeitschriften, absolut dilletantisch und unkomfortabel aufgebaut, überhaupt kein Vergleich mit den US-Größen. Zumindest im Internet wirkt die ganze Videospieleszene immer noch wie ein Hobby, und alles andere als professionell.
Sowas wie Zeropunctuation (natürlich keine Kopie, etwas eigenes) würde ich mir übrigens auch in Deutsch wünschen – aus der Videokiste ließe sich sooo viel machen.. :/
Ich korrigiere leicht meine Meinung bez. Podcasts. Dieser von Game One ist wirklich nicht schlecht. Sehr unterhalsam.
http://gameone.de/blog/2009/7/game-one-retro-podcast-lucas-arts-adventures
Ne tolle Website bauen, (mit Zeug, das man nicht einfach nur von Kotaku kopiert hat) befüllen und nebenbei auch noch dem eigentlichen Hobby, dem Spielen, nachgehen.. Ich sehe ehrlich nicht, wie sich so etwas auch mit relativ viel Freizeit bewerkstelligen lassen soll. Ganz ehrlich: So ein Workaholic bin ich auch nicht, aber wenn mir jemand die Miete zahlen würde, gern.. ;)
Gut, heisst ja nicht bzw. hab ich auch nicht so gemeint das man das alleine machen muss. Das ist sicherlich brutal ;)
Kann viele deiner Äußerungeb hier nicht teilen, aber schau dir mal gamersyde.com an